3 Artists vom Rave unter der Praterbrücke
Konzipiert als One-Day-Festival, organisiert von Beat Connection und Trance Alpine. Wir waren da und sind mit drei Namen wieder heimgefahren, die man sich merken sollte.
3 Artists vom Rave unter der Praterbrücke
Your Club is not my Club: Barrierefreiheit auf einem Rave?
Your Club is not my Club denkt den Club als multisensorischen und barrierefreien Spielplatz neu. Der Ausgangspunkt ist eine Kritik, die man selten so präzise formuliert bekommt: Clubs funktionieren über laute Musik, Dunkelheit und über soziale wie sensorische Codes, die nirgends angeschrieben stehen. Genau deshalb für viele Menschen unzugänglich bleiben. Wer den Code nicht kennt oder nicht hören kann, bleibt draußen. Auch wenn die Tür offen ist.
Im Zentrum der Installation steht ein taktiles Soundsystem. Musik also nicht nur als Schallereignis, sondern als etwas, das über den Körper ankommt: über Vibration, über Oberfläche, über Druck. Das Projekt richtet den Fokus bewusst auf die Sinne jenseits des Hörens und will Verbindungen zwischen tauben Communitys und elektronischer Musikkultur schaffen.
Was mir daran gefällt: Das Projekt behauptet nicht, den Club gerettet zu haben. Es stellt eine Frage und baut dazu einen Prototyp. Dass so etwas mitten auf einem Rave steht und nicht in einem Kunstraum mit Vernissage-Prosecco, ist genau der richtige Ort dafür.

Hanna Müller: Live Painting
Hanna Müller ist zeitgenössische Künstlerin und war bei Tanz Danubien nicht als Ausstellungsstück da, sondern als Live Painting. Heißt: Man konnte ihr beim Arbeiten zuschauen, während im Hintergrund der Bass lief.
Ihre früheren Arbeiten sind in der figurativen Malerei verankert; es geht darin um menschliche Natur und um die natürliche Welt. Die jüngeren Arbeiten gehen weiter Richtung Abstraktion: eine Bildsprache, die innere Emotionen und Dialoge sichtbar macht. Das klingt in der Kurzbeschreibung ein bisschen nach Katalogtext – live sieht man ziemlich schnell, was gemeint ist.

Himmelskörper Ink.: Body neutral Tattoo Space
Himmelskörper Ink. ist ein body-neutraler und queerer Tattoo-Space in Wien. Bei Tanz Danubien standen sie mit Trinkets und Art Prints da sowie der Möglichkeit, sich das zukünftige Tattoo schon mal anzuschauen. Wer mutig genug war, konnte ein semi-permanentes Tattoo mitnehmen.
"Body neutral" ist dabei kein Deko-Begriff. Es beschreibt eine Haltung, die im Tattoo-Kontext überraschend selten so klar ausgesprochen wird: Der Körper muss weder geliebt noch optimiert werden, um Tattoo-Studio-tauglich zu sein. Er ist einfach da. Das nimmt aus einer Situation, die für viele Menschen mit Anspannung verbunden ist, ziemlich viel Druck raus.

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