Österreich ist ein Brutkasten zeitgenössischer Kunst. Wir zeigen dir in unserer Serie, Talents, die du nicht verpassen darfst!

Marlene Heidinger

Marlene Heidinger (*1996, Wien) lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte in der Klasse für Malerei und Animationsfilm bei Judith Eisler auf der Universität für Angewandte Kunst und auf der École de Communication Visuelle (ÉCV) in Paris. Seit 2022 studiert sie im Masterlehrgang für Ausstellungstheorie und Praxis („/ecm“) an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Marlene Heidinger beschäftigt sich unter anderem mit Beziehungen, Soziodynamiken, Scripted-Reality-Formaten und dem Mangel an Privatsphäre in den modernen Medien. In ihrer Praxis ist sie bestrebt, neue Wege zu finden, um komplexe Themen durch meist skurrile Konzepte darzustellen. In ihren Arbeiten verbinden sich Elemente des Bewegt- und Standbildes, was ihr ermöglicht, neue Ansätze für multidimensionale Erzählungen zu entdecken. Marlene Heidinger erzählt Geschichten anhand von kurzen Momenten des Stillstands. In der Bewegungen gestoppt, ordnet sie die Erzählspuren in Sequenzen an, gleich eines Filmes, und fordert so die Vorstellungskraft der Betrachtenden heraus, die Figuren ihre Bewegungen fortsetzen zu lassen.

Zusätzlich zu ihrer Arbeit als bildende Künstlerin ist sie Gründungsmitglied des nomadischen Kuratorinnenkollektivs SICC, das sich auf die Darstellung von sequentieller Kunst fokussiert. Das SICC-Kollektiv ist ein kollaboratives Projekt von Künstler*innen und Kurator*innen, das in ihrer Arbeit die Produktion von Printmedien in der Entwicklung von Ausstellungen in den Vordergrund stellt. Publikationen werden nicht nur als begleitende Texte einer Ausstellung gedacht, sondern fungieren oftmals als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit einem Thema im Rahmen einer Gruppenausstellung. Das Kollektiv wurde vor über vier Jahren in den ersten Monaten der Covid-19-Pandemie gegründet und fand seinen Namen durch die Veröffentlichung einer Reihe von Zines zum Thema "Sickness". In der Zwischenzeit hat das Kollektiv sein Engagement auf das Zeigen von sequentieller Kunst verlagert und entwickelt Print- oder Ausstellungskonzepte. Niederschwelligkeit und Zugänglichkeit sind dem Kollektiv seit seiner Gründung besonders wichtig.